Sie sind hier: Über das DRK / Geschichte

Die Geschichte des Roten Kreuzes

Der Ursprung liegt in Italien

Die Geschichte des Roten Kreuzes beginnt mit einem Krieg. Es war die Schlacht von Solferino, einer kleinen italienischen Ortschaft südlich des Gardasees, bei der im Morgengrauen des 24. Juni 1859 hunderttausende Soldaten gegeneinander in die Schlacht geschickt wurden. Im Kampf um die Lombardei bekriegten einander das österreichische Heer und die vereinigten Armeen von Frankreich und Piemont. Am Abend war das Schlachtfeld übersät mit Tausenden von Toten und Schwerverletzten, um die sich niemand kümmerte.

Der aus Genf stammende Bankier Henry Dunant wurde zufällig Zeuge dieser ersten Massenschlächterei der jüngeren Menschheitsgeschichte. Das Grauen von Solferino veranlasste Dunant, über das unendliche Leid der verletzten und hilflos auf dem Felde sterbenden Soldaten zu berichten und eine freiwillige Hilfsorganisationen für die Verwundetenfürsorge zu begründen.

Quelle: DRK-Bundesverband

Erste Anfänge in Düsseldorf

Bereits 1866 wird auch in Düsseldorf ein "Preussischer Verein zur Pflege im Felde verwundeter und erkrankter Krieger für den Regierungsbezirk Düsseldorf" gegründet. Seine erste Bewährungsprobe erlebt dieser frühe Verein im deutsch-französischen Krieg 1870, als im Regierungsbezirk Düsseldorf 35 Vereinslazarette, davon sieben in der Stadt Düsseldorf, entstehen. 1890 gründete sich dann der Zweigverein vom Roten Kreuz für den Stadt- und Landkreis Düsseldorf", der sowohl Vereinslazarette betreut, als auch Krankenpfleger und Sanitätspersonal ausbildet. Als 1902 eine freiwillige Sanitätskolonne gegründet werden soll, melden sich weit über hundert Düsseldorfer Bürger aus allen Berufen und Schichten, um mitzuarbeiten. 1903 konstituierte sich die Sanitätskolonne mit zunächst 97 aktiven Mitgliedern. Schnell wird sie zu einem festen Bestandteil des öffentlichen Lebens mit vielen Wach- und Erste-Hilfe-Einsätzen in Düsseldorf. Neben Zweigverein und Sanitätskolonne hatte sich auch der "Vaterländische Frauenverein für den Stadt- und Landkreis Düsseldorf" auf die Ziele des Roten Kreuzes verpflichtet und war auf dem breiten Feld der zivilen Wohlfahrtspflege tätig.

Erster Weltkrieg

Mit Ausbruch des Ersten Weltkrieges im August 1914 tritt für die Düsseldorfer "Rotkreuz-Organisationen" der Ernstfall ein. Die Kolonnenmitglieder betreuen und transportieren verwundete Soldaten vom Sanitätsentladebahnhof Bilk zu den Lazaretten. Auch der "Vaterländische Frauenverein" erlebt in dieser Zeit einen unglaublichen Aufschwung: seine über 3.000 Helferinnen übernehmen die Pflege in den Lazaretten und richten zusammen mit der Stadtverwaltung im Rathaus eine "Zentralstelle für freiwillige "Liebestätigkeit" ein, die Verbands- und Krankenerfrischungsstellen an Bahnhöfen, Vermissten-Auskunftsstellen, Verwundetenheime, Wöchnerinnenasyle, Krippen, Horte, Kriegsküchen und Nähstuben betreibt.

Wohlfahrtspflege und Friedenstätigkeit

Drei Jahre nach Ende des Krieges schließen sich 1921 die Landesmänner- und Landesfrauenvereine unter dem Namen "Deutsches Rotes Kreuz" zusammen, um sich den Aufgaben der Wohlfahrtspflege zu widmen. Die Satzungen und Ausbildungslehrgänge der Sanitätskolonnen werden in der Weimarer Republik ganz auf die Friedenstätigkeit zugeschnitten, die einzelnen Kolonnen finden zu den "Vereinigten Sanitätskolonnen für den Stadtkreis Düsseldorf " zusammen. Doch schon bald werden die Angebote der Rotkreuz-Wohlfahrtspflege wieder zurückgefahren.

Im Nationalsozialismus

Mit der nationalsozialistischen "Machtergreifung" wird auch das Rote Kreuz gezwungen, jüdische Mitglieder auszuschließen, sich ein militärisches Erscheinungsbild zu geben und sich dem amtlichen Sanitätsdienst zu unterstellen. Eigenständige Untergliederungen werden aufgelöst und unterstehen fortan einer gemeinsamen "DRK-Kreisstelle Düsseldorf", die zur Gaulandesstelle Münster gehört. Das Düsseldorfer Rote Kreuz übernimmt Aufgaben des Luftschutzes, betreut Verwundete und Bombengeschädigte und verpflegt Truppen und Evakuierte. Bereits gegen Ende des Zweiten Weltkrieges wird der Suchdienst aufgebaut.



Neuanfang

Auch wenn während der Kriegszeit die Schwesternschaften und Sanitätszüge weiterarbeiten konnten, so muss dennoch nach Kriegsende eine neue Verbandsstruktur aufgebaut werden. Im Februar 1947 gründet sich der neue Kreisverband des Düsseldorfer Roten Kreuzes. Es ist nicht einfach, heimkehrende Helferinnen und Helfer für die Weiterarbeit im Roten Kreuz zu gewinnen, zumal die Aufgaben schwieriger denn je sind: Frontsoldaten und aus den Gefangenenlagern Heimkehrende brauchen dringend medizinische und psychosoziale Betreuung. Flüchtlinge aus den Ostgebieten müssen versorgt werden, es besteht Seuchengefahr und Tausende werden vermisst. Zu dieser Zeit wird auch der Blutspendedienst gegründet.

Dynamische Entwicklung

Längst gehen die Aufgaben des Roten Kreuzes über den Sanitätsdienst hinaus. Das Rote Kreuz ist auf nahezu allen Feldern sozialer Arbeit tätig und wird deshalb in den fünfziger Jahren als Spitzenverband der freien Wohlfahrtspflege anerkannt. Der technische Fortschritt und die Spannbreite der DRK-Dienste ist enorm: 1956 wird in Düsseldorf der Fernmeldedienst gegründet, der sogar bei der Hamburger Flutkatastrophe 1962 mit fünf Düsseldorfer Fachleuten angefordert wird. 1958 nimmt die Düsseldorfer Wasserwacht ihre Arbeit wieder auf. Neuestes technisches Gerät und Einsatzfahrzeuge sichern professionelle Hilfe im Katastrophenfall.

Konsolidierung

Doch auch das Wirtschaftswunder überwindet Armut nicht. Alter, Behinderung und Ausgrenzung werden von der modernen Leistungsgesellschaft verdrängt. Mit Einführung des Bundessozialhilfegesetzes 1962 werden dem DRK umfangreiche Aufgaben wie die Alten- und Behindertenfürsorge übertragen. Bereits 1958 wird zum ersten Mal über ein DRK-Altenheim in Wersten nachgedacht. Die Fürsorge für alte Menschen bleibt ein zentrales Anliegen, so dass 1965 in Wersten ein DRK-Altenheim, genannt nach der DRK-Pionierin Minna Blanckertz, eröffnet. Im Fachärztehaus in Garath werden Kurse zur Ersten Hilfe, häuslicher Krankenpflege und Geburtsvorbereitung angeboten. Die Leistungen finden auch bei den Düsseldorfer Bürgerinnen und Bürgern viel Anerkennung, die Zahl der Förderer steigt.

Deutliche Ausweitung seit den 1970er Jahren

1972 geht das DRK-Zentrum Düsselthal, 1976 das DRK-Zentrum Reisholz in Betrieb. Ein Fachseminar für Altenpflege und der Ausbildungslehrgang zum Arbeits- und Beschäftigungstherapeuten werden eingerichtet. Der Erfolg in der Altenhilfe, der Ansatz "alles unter einem Dach" in den DRK-Zentren anzubieten, ermutigt den Kreisverband 1982, ein drittes Zentrum in Gerresheim zu bauen und auch moderne Tagespflege anzubieten. Neben dem Schwerpunkt Altenhilfe werden Ende der siebziger Jahr Einrichtungen für Kinder und Jugendliche ausgebaut. Neue Konzepte zur Unterstützung Alleinerziehender, Ganztagesbetreuungen und offene Jugendfreizeitgestaltung werden nachgefragt. Das Familienbildungswerk führt im gesamten Stadtgebiet Kurse und Veranstaltungen durch.

Strukturwandel

Wenngleich die Tätigkeiten des Roten Kreuzes immer vielfältiger werden, nimmt das Engagement der Bürgerinnen und Bürger bundesweit für ehrenamtliche Dienste und die Förderung sozialer Arbeit und des Gemeinwesens ab. Auch der DRK-Kreisverband ist da keine Ausnahme, verliert Mitglieder und Förderer in Zeiten anhaltender Arbeitslosigkeit und dem Abbau öffentlicher Zuschüsse. Nicht nur die DRK-Unfallhilfe am Hauptbahnhof muss 1989 schliessen. In der Seniorenhilfe ändern sich die sozialpolitischen Rahmenbedingungen. 1995 wird die Pflegeversicherung eingeführt, Wohlfahrtsverbände treten in Wettbewerb zu freigewerblichen Pflegedienstleistern. Dennoch kann das Rote Kreuz in Düsseldorf seine Leistungen in der ambulanten und stationären Seniorenhilfe stadtteilorientiert fortsetzen. Nachdem die Verwaltung des Kreisverbandes 1995 in das ehemalige "Minna-Blanckertz-Altenheim" umbezogen ist, wird 1997 mit dem Neubau eines gerontopsychiartrischen DRK-Zentrums in Wersten begonnen, das nach nur zehnmonatiger Bauphase von den ersten Bewohnerinnen und Bewohnern zum Jahresende 1998 bezogen wird.

Heute

Das Rote Kreuz gehört seit über 100 Jahren zum Düsseldorfer Stadtbild. Ein Rückblick in die Stadtgeschichte zeigt: Die Arbeit der Rotkreuzler hat über die Jahrzehnte hinweg den Düsseldorfer Bürgerinnen und Bürgern geholfen und sie auch in schwierigen Lebenssituationen zuerlässig und mit den notwendigen Hilfen begleitet. Dieses wird auch in Zukunft so sein.